Fisch richtig auftauen – So bleiben Geschmack, Konsistenz und Qualität erhalten
Tiefgekühlter Fisch ist praktisch, lange haltbar und kann bei richtiger Behandlung eine hervorragende Qualität bieten. Entscheidend ist allerdings nicht nur, wie Fisch eingefroren wurde, sondern auch, wie er wieder aufgetaut wird.
Ob Lachs, Kabeljau, Seelachs, Rotbarsch, Heilbutt, Seehecht, Steinbeißer oder Zander – wer Fisch langsam und schonend auftaut und dafür sorgt, dass das entstehende Tauwasser ablaufen kann, schafft die besten Voraussetzungen für saftiges und appetitliches Fischfleisch.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Fisch richtig auftauen und warum ein ganz einfacher Trick mit zwei Tellern dabei besonders hilfreich ist.
Warum ist richtiges Auftauen bei Fisch so wichtig?
Beim Einfrieren entsteht Eis im Fischgewebe. Während des Auftauens wird ein Teil der darin gebundenen Flüssigkeit wieder freigesetzt.
Das ist vollkommen normal. Entscheidend ist jedoch, dass der Fisch anschließend nicht über längere Zeit in dieser Flüssigkeit liegt.
Dauerhafter Kontakt mit Tauwasser kann die Oberfläche und Konsistenz des Fisches beeinträchtigen. Deshalb lautet eine unserer wichtigsten Empfehlungen:
Fisch beim Auftauen möglichst erhöht lagern, damit die Flüssigkeit ablaufen kann.
Das gilt nicht nur für Tiefkühlfisch. Auch frischer Fisch kann während der Lagerung Flüssigkeit abgeben.
Unser Teller-Trick zum Auftauen von Fisch.
Sie benötigen dafür keine besondere Ausstattung, sondern lediglich zwei unterschiedlich große Teller.
Nehmen Sie einen größeren Teller und stellen Sie darauf einen kleineren Teller umgedreht.
Auf die Unterseite des umgedrehten kleinen Tellers legen Sie anschließend das Fischfilet oder den ganzen Fisch.
Dadurch liegt der Fisch nicht im Auftauwasser und austretende Flüssigkeit können nach unten auf den großen Teller ablaufen und der Fisch liegt nicht permanent darin.
Gleichzeitig kann die Luft besser um den Fisch zirkulieren.
Das Prinzip funktioniert ähnlich wie ein Abtropfgitter oder Sieb – nur mit Dingen, die praktisch jeder ohnehin in der Küche hat.
Unser Tipp: Decken Sie den Fisch anschließend locker ab und stellen Sie ihn zum Auftauen in den Kühlschrank.
Die beste Methode: Fisch langsam im Kühlschrank auftauen
Wenn genügend Zeit vorhanden ist, empfehlen wir, Fisch langsam im Kühlschrank aufzutauen.
Je nach Größe und Dicke benötigen einzelne Filets mehrere Stunden. Größere Filets, Loins oder ganze Fische können bequem über Nacht im Kühlschrank auftauen.
Das langsame Auftauen hat mehrere Vorteile:
- der Fisch bleibt durchgehend gekühlt,
- die Konsistenz wird geschont,
- austretendes Tauwasser kann kontinuierlich ablaufen,
- die Oberfläche bleibt appetitlicher,
- der Fisch kann anschließend direkt verarbeitet werden.
Planen Sie beispielsweise Lachs, Kabeljau, Heilbutt oder Zander für das Abendessen ein, können Sie den Fisch morgens aus dem Tiefkühlfach nehmen und im Kühlschrank auftauen lassen. Größere Stücke geben Sie am besten bereits am Vorabend in den Kühlschrank.
Vakuumverpackten Fisch richtig auftauen
Viele Fischfilets werden vakuumverpackt angeboten. Das schützt die Ware hervorragend während Lagerung und Transport.
Beim Auftauen sollten Sie jedoch immer die Hinweise auf der jeweiligen Verpackung beachten. Ist angegeben, dass der Fisch vor dem Auftauen aus dem Vakuumbeutel genommen werden soll, öffnen beziehungsweise entfernen Sie die Verpackung bereits im gefrorenen Zustand.
Anschließend legen Sie den Fisch auf den beschriebenen umgedrehten Teller und lassen ihn abgedeckt im Kühlschrank auftauen.
Das hat gleich zwei Vorteile: Der Fisch liegt nicht im entstehenden Tauwasser und die Oberfläche kommt wieder mit Luft in Kontakt.
Der Teller-Trick gilt auch für frischen Fisch
Unser Tipp mit den beiden Tellern ist nicht nur zum Auftauen gedacht.
Er eignet sich genauso gut zur Lagerung von frischem Fisch im Kühlschrank.
Gerade wenn Sie Frischfisch per gekühltem Versand erhalten, kann sich während des Transports etwas Flüssigkeit im Vakuumbeutel sammeln. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches.
Nach Erhalt sollte der Fisch entsprechend der vorgesehenen Lagerung behandelt werden. Soll der Frischfisch noch im Kühlschrank aufbewahrt werden und ist keine Lagerung im geschlossenen Vakuumbeutel vorgesehen, empfehlen wir:
- Fisch aus dem Vakuumbeutel nehmen.
- Gegebenenfalls vorsichtig mit Küchenpapier trocken tupfen.
- Einen kleinen Teller umgedreht auf einen größeren Teller stellen.
- Den Fisch auf den erhöhten kleinen Teller legen.
- Locker abdecken.
- An der kältesten Stelle des Kühlschranks lagern.
- Gesammelte Flüssigkeit regelmäßig entfernen.
Dadurch liegt das Filet nicht in der austretenden Flüssigkeit und Luft kann um den Fisch zirkulieren.
Der Grundsatz ist also beim Auftauen und bei der Lagerung derselbe: möglichst kühl lagern und möglichst wenig Kontakt zwischen Fisch und austretender Flüssigkeit.
Welche Fischarten können so aufgetaut werden?
Diese Methode eignet sich für zahlreiche Fischarten und Zuschnitte.
Zum Beispiel:
- Lachs
- Lachsforelle
- Kabeljau
- Seelachs
- Alaska-Seelachs
- Rotbarsch
- Seehecht
- Hoki
- Heilbutt
- Steinbutt
- Steinbeißer
- Seeteufel
- Zander
- Wels
- Tilapia
- Pangasius
- Victoriabarsch
- Dorade
- Wolfsbarsch
- Forelle
- Bachforelle
- Saibling
- Renke
- Scholle
- Seezunge
- Flunder
- Schellfisch
- Leng
- Goldmakrele
- Thunfisch
- Schwertfisch
Besonders bei dicken Loins und Rückenstücken lohnt sich das langsame Auftauen im Kühlschrank, da diese aufgrund ihrer Dicke deutlich mehr Zeit benötigen als dünne Filets.
Ganze Fische richtig auftauen
Auch ganze Fische wie Dorade, Wolfsbarsch, Forelle, Makrele oder Saibling sollten möglichst langsam im Kühlschrank auftauen.
Bei ganzen Fischen ist es besonders praktisch, wenn austretendes Wasser nach unten ablaufen kann. Ist der Fisch für den kleinen Teller zu groß, können Sie stattdessen ein geeignetes Gitter oder Sieb über eine ausreichend große Schale beziehungsweise einen Teller setzen.
Wichtig bleibt immer dasselbe Prinzip:
Der Fisch sollte nicht im Tauwasser liegen.
Fisch schnell auftauen – geht das auch?
Manchmal muss es schneller gehen. Trotzdem sollte Fisch nicht einfach für mehrere Stunden bei Raumtemperatur auf die Küchenarbeitsplatte gelegt werden.
Wenn die Verpackungs- beziehungsweise Herstellerhinweise eine schnellere Auftaumethode vorsehen, sollten diese beachtet werden.
Für die beste Qualität bleibt unsere Empfehlung jedoch eindeutig:
Lieber rechtzeitig planen und den Fisch langsam im Kühlschrank auftauen.
Fisch niemals in warmem Wasser auftauen
Warmes oder gar heißes Wasser ist keine gute Methode, um Fisch schnell aufzutauen.
Während das Innere möglicherweise noch gefroren ist, erwärmen sich die äußeren Bereiche bereits deutlich. Das ist sowohl für die Qualität als auch aus hygienischer Sicht ungünstig.
Auch die empfindliche Struktur des Fischfleisches kann darunter leiden.
Muss Fisch nach dem Auftauen abgewaschen werden?
In der Regel ist es nicht notwendig, Fisch unter fließendem Wasser abzuspülen.
Besser ist es, das Filet nach dem Auftauen vorsichtig mit sauberem Küchenpapier trocken zu tupfen. Besonders wenn der Fisch anschließend gebraten werden soll, ist eine möglichst trockene Oberfläche von Vorteil.
So lässt sich beispielsweise bei Lachs, Kabeljau, Zander, Heilbutt oder Seeteufel eine schöne Bratoberfläche erzielen.
Wie lange kann aufgetauter Fisch im Kühlschrank bleiben?
Fisch ist ein empfindliches Lebensmittel. Deshalb sollte vollständig aufgetauter Fisch möglichst zeitnah verarbeitet werden.
Idealerweise tauen Sie immer nur die Menge auf, die Sie tatsächlich benötigen.
Auch frischen Fisch empfehlen wir nicht unnötig lange aufzubewahren. Je früher er verarbeitet wird, desto besser können Sie seine Qualität genießen.
Und was ist mit Garnelen und Meeresfrüchten?
Das Grundprinzip gilt auch für viele Garnelen und Meeresfrüchte.
Ob Black Tiger Garnelen, White Tiger Garnelen, Kaisergranat, Flusskrebse oder andere rohe Meeresfrüchte: Langsames Auftauen im Kühlschrank ist besonders schonend.
Auch hier sollte Tauwasser möglichst ablaufen und anschließend entsorgt werden.
Für spezielle Produkte wie Muscheln, Hummer oder bereits gegarte beziehungsweise verarbeitete Meeresfrüchte sollten Sie jedoch immer die jeweiligen Hinweise zur Lagerung und Zubereitung beachten.
Was ist mit Fischstäbchen und paniertem Fisch?
Eine wichtige Ausnahme sind Produkte, die ausdrücklich direkt aus dem gefrorenen Zustand zubereitet werden sollen.
Dazu können beispielsweise:
- Fischstäbchen,
- Fischstäbchen XXL,
- Backfisch,
- panierte Fischfilets
- oder andere küchenfertige Tiefkühlprodukte
gehören.
Hier gilt immer die Zubereitungsempfehlung auf der Verpackung. Viele dieser Produkte müssen überhaupt nicht vorher aufgetaut werden und kommen direkt tiefgekühlt in Backofen, Pfanne oder Heißluftfritteuse.
Die häufigsten Fehler beim Auftauen von Fisch
Einige Fehler lassen sich ganz einfach vermeiden:
- Fisch nicht unnötig bei Raumtemperatur auftauen lassen.
- Fisch nicht in warmes oder heißes Wasser legen.
- Fisch nicht stundenlang im eigenen Tauwasser liegen lassen.
- Vakuumverpackungen entsprechend den Verpackungshinweisen vor dem Auftauen öffnen beziehungsweise entfernen.
- Tauwasser nicht weiterverwenden.
- Aufgetauten Fisch möglichst zeitnah zubereiten.
Wer diese einfachen Regeln beachtet, schafft beste Voraussetzungen für ein hochwertiges Ergebnis.
Unser GreetFish-Tipp auf einen Blick
Egal ob Sie Lachs, Kabeljau, Seelachs, Rotbarsch, Seehecht, Hoki, Heilbutt, Steinbeißer, Seeteufel, Zander, Dorade, Wolfsbarsch, Forelle oder einen anderen Fisch auftauen:
Kühlschrank + umgedrehter kleiner Teller + großer Auffangteller = einfaches und schonendes Auftauen.
Der kleine Teller hält den Fisch erhöht, der große Teller fängt das Tauwasser auf und der Fisch liegt nicht permanent in der austretenden Flüssigkeit.
Dasselbe Prinzip können Sie anschließend auch für die kurzfristige Lagerung von frischem Fisch verwenden.
Fazit
Fisch richtig aufzutauen ist unkompliziert – wenn man ihm etwas Zeit gibt.
Die schonendste Methode ist das langsame Auftauen im Kühlschrank. Besonders wichtig ist dabei, dass austretendes Tauwasser ablaufen kann und der Fisch nicht dauerhaft darin liegt.
Unser einfacher Trick mit einem umgedrehten kleinen Teller auf einem größeren Teller funktioniert dafür hervorragend: Der Fisch liegt erhöht, Flüssigkeit kann ablaufen und Luft kann um das Filet zirkulieren.
Dasselbe Prinzip empfehlen wir auch für die Lagerung vieler frischer Fischprodukte nach dem Erhalt einer gekühlten Lieferung.
So schaffen Sie mit einfachsten Mitteln die besten Voraussetzungen dafür, dass Lachs, Kabeljau, Seelachs, Rotbarsch, Heilbutt, Seehecht, Steinbeißer, Seeteufel, Zander, Dorade, Wolfsbarsch und viele weitere Fischarten bis zur Zubereitung ihre hervorragende Qualität behalten.

